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ZWISCHEN WAHN UND GENIE So 27. November 2016, Theater Chur
Sa 17. Dezember 2016,
Maison 44, Basel
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mit einem psychologischen Beitrag



Programm

OSCAR BIANCHI (*1975)

„Primordia rerum“ (2003)

für Sopran, Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier


FAUSTO ROMITELLI (1963–2004)

„Domeniche alle periferie dell'impero I und II" (1996–2000)

für Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello


CLAUDE VIVIER (1948–1983)

Pièce pour Violon et Piano (1975)


EDISON DENISOV (1929–1996)

„avant le coucher du soleil“ (1996)

für Altflöte und Vibraphon


MORTON FELDMAN (1926–1987)

„the viola in my life 1“ (1970)

für Viola, Flöte, Violine, Violoncello, Klavier und Perkussion



Es gibt eine kaum überschaubare Anzahl psychologischer und literarischer Diskurse zum Thema Schach und Schachspieler. Einerseits interessiert uns hier die überdurchschnittlich herausgebildete Fähigkeit des logischen Denkens, andererseits der Mensch, der hinter dieser genialen Begabung steht, meist viel weniger greifbar ist und sich nicht selten hinter seinem Talent zu verstecken weiss.

Auch die in diesem Programm aufgeführten Werke sind aus kompositorischer Sicht allesamt von genialem Charakter, was in solcher Ausprägung vor der jeweiligen Entstehung noch nicht vorgekommen war – vergleichbar mit dem Moment wenn im Schachspiel auch nach Jahren der Analyse plötzlich ein genialer neuer Zug von einem Spieler entwickelt wird.

Für Fausto Romitelli und Claude Vivier war der Wahn ein ihr Schaffen prägender und immer wiederkehrender Zustand, was in der jeweiligen Musik durch und durch erlebbar ist.